In unserem Modul „Das Kunstwerk Selbst“ haben wir versucht, Gefühle und Erlebnisse, die wir im Kurs miteinander oder nur für uns selbst erlebt haben, künstlerisch umzusetzen.

Dabei haben uns zentrale Themen wie Kommunikation, Veränderung sowie alltägliche Gefühle, wie zum Beispiel Liebe, geleitet. Die Arbeiten sind schlussendlich so individuell wie ihre Macher geworden und reichen von Gemälden, Skulpturen, Installationen bis hin zu Nutzgegenständen wie einer Lampe oder einer Decke.

Um unser Ziel oder Vorhaben in einem Zitat kurz zusammenzufassen: „Jedes wahre Kunstwerk offenbart ein Stück der Seele seines Schöpfers“.


Aylin

Ich habe mich für die Malerei als Ausdrucksform entschieden, weil ich mich schon immer zur Malerei verbunden gefühlt habe, ob es nun kleine Details waren wie die Pinselführungen oder das traumhafte, un-/willkürliche und / oder das absurde, dass der Künstler auf die Leinwand malte. In meinem Kunstwerk stelle ich nicht nur meine Gedankenwelt dar, ich zeige auch einen speziellen zustand, in das ich immer verfiel, wenn ich Meditierte. Ich erwähnte bereits in dem Zweizeiler, dass mich dabei ein Gedicht besonders inspirierte. Das Gedicht von Saul Williams, “The Winds Song” (1998). Bei der Farbauswahl entschied ich mich zunächst für die Farben Lila, Blau und Schwarz. Ich wollte damit ein Zusammenspiel aus Traumwelt und Galaxy erschaffen. In der Mitte ist das “Innere ich“ mit geschlossenen Augen zusehen und der obere Kopf verwandelt sich zu einer Schüssel mit Kugeln. Jede Kugel steht für eine Erinnerung, die einen sind gute Erinnerungen und die anderen schlechte. Mir war es wichtig dieses Kunst Projekt so surrealistisch wie möglich darstellen zu können, um zu zeigen wie verstrickt und wie unerklärlich unsere Gedankenwelt manchmal sein kann.


Luke

Denkst du noch oder lebst du schon?

Das Gemälde stellt für mich das Gefühl der Meditation dar. Durch die Meditation erkannte ich für mich, dass das Gegenwärtig sein, sich mit seinen Gedanken nirgendwo außer in dem Hier und Jetzt zu befinden etwas sehr Befreiendes ist.

Zu oft denken wir daran „was hätte sein können wenn“… oder „was wird passieren wenn“ wobei die Antwort auf jede Frage in dem Moment liegt.

Denke einmal wirklich darüber nach… Gibt es JETZT irgendein Problem?


Serin

Brainheart

Mein Gemälde habe ich mit Acrylfarben auf einer Leinwand mit einer Größe von 40x60cm bearbeitet. Sie illustriert meine eigene Version meines Coming-Out Prozesses, worin es um Selbstreflektion und um die Auseinandersetzung mit dem eigenen Licht und Schatten handelt. Der Titel Brainheart soll hierbei ausdrücken, dass ich in diesem Prozess von rationalen als auch emotionalen Komponenten geleitet werde und es dabei auch ungewollt zu Diskrepanzen zwischen diesen beiden Instanzen kommt. Der Sonnenuntergang soll widerspiegeln, dass eine Phase zu Ende geht, dass am Ende des Tages eine Art Fazit oder Resümee gezogen wird und gewisse Dinge reflektiert werden. Bezüglich dessen geht es bei mir um die Aufarbeitung von dem Prozess, beispielsweise wenn ich an diesem Tag bestimmte Begegnungen mit anderen Menschen, teils auch neuen hatte und diese mit meiner sexuellen Orientierung konfrontiert habe. Das Ergebnis dessen steht für das Ende des Tages. Darüber hinaus passen die bunten Farben zur LGBT-Pride und sollen dies auch gewollt symbolisieren. Das Ende des Tages beziehungsweise die Nacht, die daraufhin folgt, soll die Konfrontation mit den eigenen Ängsten sowie meinen eigenen inneren Entwicklungen darstellen. Die kleine Person bildet mich als Menschen ab – dabei stehe ich innerhalb großer Felsen, welche mein Innenleben meiner Person in die Perspektive rückt, welche befreiend ist und den Versuch zeigen soll, in dem Prozess das große Ganze zu erkennen, um irrationale Ängste zu relativieren und sich in der Welt zu betrachten. Hierbei sollen die dunklen Elemente etwas positives charakterisieren. Ich bin alleine im Bild, was den Fokus auf meine eigenen Fortschritte, meine Gedanken und meinen kulturellen Hintergrund lenken soll. Das Wasser/das Meer steht für das Leben an sich, was immer dynamisch bleibt und ich mit dem Leben im „Flow“ gehe, mich den Strömungen anpasse und es im Prozess zu keinen Stagnationen kommt. Der Baum, der hinter mir steht, versinnbildlicht Stabilität hinsichtlich meiner Werte, Prinzipien und meinem Commitment.


Alicia

Selbstporträt in Isolation

Die Erfahrung der Isolation löste in mir ein neues Gefühl des Bedrängnisses aus. Dieses Gefühl in Worten zu beschreiben fiel mir besonders schwer und lies mich sprachlos werden. Mein „Selbstporträt in Isolation“ ermöglichte mir auszubrechen und half mir, mich von dem Gefühl der Isolation, zu lösen. Für mich ist mein Selbstportrait eine Zeichen des Ausbruches und der Möglichkeit, neues über mich zu erfahren. Es ist für mich eine meditative Aktivität. Es findet keine aktive Ablenkung statt, sondern ich versuche meiner eigenen Realität näher zu kommen. Während des Malens werde ich meiner Gefühle stark bewusst. Das Verwenden der starken und hell, leuchtenden Farben soll darstellen, wie überwältigend die Gefühle in mir sind. Gleichzeitig jedoch, sitzt das zu sehende Porträt. Die ruhige Sitzhaltung möchte aufzeigen, dass trotz der starken Gefühle, ein Gefühl der Ohnmacht und Schutzlosigkeit in mir steckt. Es fühlt sich teilweise so an, als könnte ich, mich nicht bewegen, als gebe es keinen Ausweg. Alle überwältigenden Empfindungen finden in einem Porträt einen Weg des Ausdruckes.


Jasper

Mein Bild ist mit Öl auf Leinwand gemalt. Es ist in dunklen Tönen gehalten und strahlt eher etwas Düsteres aus. Auch der Hintergrund ist- wie der Kopf, in Brauntönen gehalten. Anfangs war die Leinwand noch farbiger in blau und rot. Später beim Malen kam ich immer mehr zu dem Gedanken, kein fröhliches Bild malen zu wollen. Stattdessen wollte ich beim Betrachter ein eher unangenehmes Gefühl auslösen und mein Bild ist deshalb bewusst trostlos. Also mischte ich dunklere Farben hinzu. Beim Malen habe ich Musik gehört, da ich mich so besser konzentrieren kann. Zunächst malte ich die Augen des Portraits, darum entstand dann das weitere Gesicht.


Carla

Kunsttagebuch

Was geschieht, wenn wir uns jeden Tag bewusst in den Entstehungsprozess einer künstlerischen Arbeit hineinbegeben? Mit dieser Frage im Hinterkopf begann ich vor vierzig Tagen mit meinem Kunsttagebuch oder wie ich es nenne, mit einer Art „Tageskunst“. Meiner Kreativität waren keine Grenzen gesetzt und so begann ich, all meine Erlebnisse, Gefühle und Erinnerungen jeden Tag aufs Neue in einem separaten kleinen Kunstwerk auszudrücken. Schon nach kurzer Zeit merkte ich, dass ich durch das tägliche bewusste Eintauchen in den künstlerischen Prozess, meinen Erfahrungen und Emotionen einen Raum der Reflektion und Verarbeitung schenkte. So merkte ich auch, dass an primärer Stelle meines Projekts nicht die Ergebnisse oder Werke von Bedeutung waren, sondern der kreative Prozess des Schaffens, des Experimentieren und des Neugestaltens. Auch realisierte ich durch die fast schon tägliche Routine eine Veränderung meiner Selbst, da ich meinen Gefühlen bewusst eine Ausdrucksmöglichkeit und Daseinsberechtigung schenkte und diese dadurch eine Akzeptanz erfuhren.


Jana

Das Bild repräsentiert fünf verschiedene Gefühle, die als Personen dargestellt sind. Die verschiedenen Farben sollen die Gefühlswelt darstellen, die ich während den Meditationen empfunden habe. Das Ziel des Praxissemsters ist „Das Kunstwerk Selbst“ – künstlerische Zugänge zum „Ich“ und „Wir“ durch Meditation, Körperarbeit, bildende und Performance Kunst. Das Gefühl vom „Selbst“ und der inneren Ruhe konnte ich im letzten Semester besonders durch die Meditationen und durch das Zeichnen erfahren. Mein Kunstwerk soll in Form einer Collage erstellt werden, um die Veränderung meines Selbstwertgefühls in dieser Zeit zu beschreiben. Bezüglich der Farbauswahl lässt sich sagen, dass das Blau hierbei für Ruhe, Vertrauen und Selbstschätzung steht. Gelb steht für Licht, Optimismus und Freude, Violett für Unsicherheit und Verwirrung. Die Farbe Grün steht für Glück, Zufriedenheit und Besonnenheit und das Braun bedeutet Sehnsucht, Dunkelheit und Unterdrückung.

Die verschiedenen Farben werden je nach Gefühlszustand schwächer und stärker intensiviert werden (schwach = Verlust an einem bestimmten Gefühl, stark = Gewinn an einem bestimmten Gefühl). Dass die Personen durch Linien miteinander verbunden sind, hat die Intention, dass die Gefühle, die man hat, nicht direkt verschwinden, sondern immer unterbewusst vorhanden sind, da sie zum Leben jeder Person dazugehören. An der Intensivität der Farbe soll sich erkennen lassen, ob das jeweilige Gefühl stärker oder schwächer geworden ist und welche Gefühle am Ende überwiegen.


Joana

Aus aktuellem Anlass ist es mir ein wichtiges Anliegen zu zeigen, dass auch verschiedene Gesichter dieselbe Welt formen. Jedes Gesicht ist mit seiner Einzigartigkeit ein Teil des Ganzen. Auch wenn das Gemälde auf den ersten Blick nicht perfekt scheint, kann man auf den zweiten Blick erkennen, dass jeder Mensch ein einzigartiges und besonderes Wesen ist. Jeder ist auf seine Art und Weise unterschiedlich und vollkommen und das ist auch gut so. Wir gehören alle zusammen, unabhängig von unseren Wurzeln, unserem Glauben und vor allem unserer Hautfarbe. Jeder darf und soll stolz auf sein Aussehen sein, denn wie im Kunstwerk erwähnt, ist jeder Körper ein Kunstwerk. Alle Menschen haben das Recht auf Gleichberechtigung und Gleichbehandlung. Der Rahmen des Kunstwerkes wird mit ausdrucksstarken, positiven Wörtern umrahmt, die nochmals darauf hinweisen, dass wir alle zu derselben Welt gehören. Anstatt uns zu bekriegen, sollten wir zusammenhalten und uns gegenseitig stärken. Dieser Rahmen soll die Menschen schützen und vor negativen Einwirkungen, wie Diskriminierung, Rassismus oder Hass bewahren. Im Innenraum des Kunstwerkes befinden sich Gipsabdrücke von Personen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sei es von ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihres Alters oder ihrer persönlichen Interessen und trotzdem formen sie zusammen meine persönliche, kleine Welt. Für jeden Menschen, hinter diesem Gipsabdruck, erhoffe ich mir positive Erfahrungen, die sich weit weg von negativen Erlebnissen bewegen, welche dieser Rahmen abhalten soll. Aus diesem Grund habe ich meine Eltern, meinen Bruder und meine engen Freunde für diese Abdrücke ausgesucht und jeder einzelne von ihnen ist ein Kunstwerk für sich. Dieses Kunstwerk formt mein Kunstwerk „Selbst“.


Meraf

Rassismus hat ein System und es betrifft uns alle.

In den vergangenen Wochen habe ich mich häufiger als sonst mit dem Thema „Rassismus“ beschäftigt. Meine Skulptur steht für die People of Color, die aufgrund von Polizeigewalt deren Leben verloren haben. Die kleineren Figuren stellen Protestierende dar, die gemeinsam friedlich gegen Rassismus mit ihren Mundschutz protestieren. Im Grunde genommen verkörpert meine Tonskulptur Liebe, Gleichheit und Gerechtigkeit. Jeder Mensch, obgleich Herkunft, Glaubensrichtung und Sexualität ist vollkommen und perfekt in seiner Hinsicht und sollte niemals Ungerechtigkeit wiederfahren werden. Außerdem steht meine Tonskulptur für Zusammenhalt. Wie man auch bei den Protesten sehen konnte, waren Weltweit über tausende von Menschen gemeinsam auf der Straße um sich füreinander und für andere einzusetzen.

Für mich persönlich ist dies mein Kunstwerk „Selbst“, da ich mich ebenfalls für die Gleichbehandlung eines jeden einzelnen einsetzte. Wir alle haben eine Stimme und verdienen Gleichberechtigung.


Caro

Metamorphose bezeichnet die Umgestaltung oder Verwandlung eines Objektes oder Lebewesens. Zumeist lässt sich der Begriff den Naturwissenschaften zuordnen, ist jedoch auch ein immer wiederkehrendes Thema in den Künsten. Während meines Arbeitsprozesses habe ich mich nach einigen Fehlschlägen dazu entschieden, mich der Metamorphose einer Hand zu einem Baumstamm anzunähern. Hierbei habe ich versucht, den Naturaspekt in jeder Hinsicht herauszuarbeiten. Ton als natürlich vorkommendes Material war an dieser Stelle der ideale Werkstoff. Die Baumscheiben funktionieren sowohl als Gestell als auch als Unterlage und Verbindung zur Thematik. Die Plastiken wurden bis auf die Detailarbeiten komplett von Hand geformt.

Das Werk soll jedoch nicht nur den Prozess einer Metamorphose in der Kunst veranschaulichen, sondern auch die Abhängigkeit von Mensch und Natur verdeutlichen. Eine mögliche Interpretation ist die Folgende: Die geöffnete Hand, die sich nur das nimmt, was sie braucht, versucht, in einer zweiten Phase mit erhobener Faust die Natur zu dominieren. Erst nachdem ‚mit der Faust auf den Tisch gehauen´ wurde, wird der Faust die Abhängigkeit, in der sie steht, bewusst. Im letzten Schritt krallt sich die Hand regelrecht an das, was ihr verblieben ist, und verwurzelt sich in diesem Gedanken. Details wie die unebene Haut am Handgelenk der zweiten Plastik sollen einen fließenderen Übergang für den Betrachter ermöglichen. Die Struktur von Baumrinde wird nachempfunden, bevor erste Wurzeln auftauchen. Das Werk lässt Raum für Interpretation und regt hoffentlich zum Nachdenken an.


Leonie

Wenn ich Dir sagen würde, Du sollst aufzählen, was Du liebst, wie lange würde es dauern, bis du dich selbst nennst?

Du hast das gesamte Universum in Dir: In der Art wie du das Leben betrachtest und in deinem Herzen. Um wahren Frieden und innere Ruhe zu finden, musst Du zuerst mit dir selbst in Einklang sein und um das Leben wirklich zu genießen musst Du dich bedingungslos lieben. Mit diesem Geschenk wirst Du realisieren, dass dich nichts brechen kann.

Also umarme dich selbst, denn Du bist das Leben. Bepflanze den Garten in Dir und dekoriere deine Seele.


Mina

Nackt

Innerer Wachstum passiert nicht in deiner Komfortzone. Zeig dich. Es geht nicht darum, dich der Welt zu zeigen, zeig dich dir selbst, nehme dich wahr, spüre dich. Geh an deine Grenzen, überschreite sie, brich aus, aber vergiss nicht, wer du bist. In meiner Arbeit habe ich mich mit Intimität und innerem Wachstum beschäftigt. Innerer Wachstum bedeutet nämlich für mich, sich konstant zu entwickeln, aus Erfahrungen zu lernen, sich Dingen hinzugeben und das Leben wahrzunehmen. Es geht darum, sich ständig daran zu erinnern hier zu sein, anwesend und wach zu sein. Sich auf Gefühle einzulassen, sie zu Fühlen und vor Allem, sie zu leben.


Luisa

Der grüne Blick

In dem Kunstwerk „uns selbst“ habe ich durch die Refektionaufgaben meine Eigenen Handlungsmuster erkannt, durch Meditation innere Ruhe gefunden und durch Yoga eine gute Energie sowie Balance bekommen. Die Seminararbeiten verhalfen mir zu Spontanität wodurch verfestigte Vorstellungen verschwunden, was eine Experimentierlust in mir erweckte. Die Methode „Freies Schreiben“ brachte Ordnung in meine Gefühlswelt. Gedanken, die sonst unausgesprochen blieben, kamen so schriftlich und völlig unzensiert auf ein Blatt Papier. Im Rückblick auf meine Seminararbeiten ist mir aufgefallen das Themen wie Klimawandel, Umweltverschmutzung, Rassismus und Gewalt mich am meisten beschäftigen. Die Skulptur ist Ausdruck für das Ende einer Reise meiner desorientierten Gedanken, die nur Höhen und Tiefen kennt und aus dem Erlebten lernt. Ich beschreibe die Skulptur als einen Mond, der so hell strahlt wie die Sonne. Die Schöpferhand überreicht uns das wertvollste Element dieser Erde, Wasser. In einem Garten mit atmenden Pflanzen, die Flüssigkeit aus der Luft ziehen. Eine Abgrenzung nimmt man durch den Reisverschluss war. Die Skulptur steht für neue Impulse, Ideen und Chancen. Das Wasser steht hier als Symbol für die Reinheit oder reines Gewissen. Die geschützte Höhle versinnbildlicht inneren Reichtum, wie Gesundheit. Dieser kleine Planet mit prächtigem Garten soll Ausdruck für einen geschützten Körper darstellen, in dem das Leben gedeiht. Die goldene Figur symbolisiert die Freiheit des Geistes und die Reife des Bewusstseins, wodurch sich wertvolle Chancen eröffnen, die dauerhaftes Glück erbringen können. Sie steht für die Vollendung einer Lebensphase und geht mit einer neuen Offenheit einher. Sie ist selbstbewusst und akzeptiert sich selbst, dabei geht sie ohne jederlei Vorurteile auf andere zu. Sie hilft dem Schöpfungsprozess dieser Welt zum Guten was ihr zu einem Gleichgewicht in ihrem Kosmos verhilft. Der Reisverschluss symbolisiert den Schutz, der Grenzen aufzeigt und jederzeit verschlossen werden kann. Gleichzeitig dient er der Möglichkeit zur Bewusstseinserweiterung. Die Skulptur vertraut darauf, dass ihre Fähigkeiten in allen Lebensbereichen unter einem guten Stern stehen und soll anregen die persönliche Sichtweise auszudehnen sowie Hindernisse zu bewältigen. Sie fordert Sie auf nicht von dieser Welt zu flüchten, sondern sie zu respektieren und nachhaltig zu handeln.

Luisa


Dorina

Dorina Luks und die NaturgeWald-Lampe

„Gehe in die Natur. Rufe in den Wald und lasse dich leiten… Ich bin überzeugt davon, es kommt etwas zurück!“

In einem Wechselspiel aus körperlicher, geistiger und künstlerischer Beschäftigung, sehe ich einen erfahrungsbereichernden Weg, den Zugang zur Ich-Welt zu intensivieren und gleichzeitig Erfahrungen zu sammeln und in die Welt zu tragen. Im ersten Semester des Moduls 16 standen Meditation und Yoga in Kombination zu Performance und traditioneller Kunst im Fokus. Innerhalb des Wechselspiels aus körperlicher und geistiger Zuwendung zum Selbst, konnte ich die Konzentration auf das Wesentliche, was mich unterbewusst schon zu lange begleitet hat, bündeln. Der vorhandene und entstandene Druck in mir, war im Rahmen selbst gestalteter künstlerischer Räume und Zugangspunkten aushaltbarer und konnte darüber hinaus, ein neues differenziertes Verständnis, von mir und meiner Umwelt erlebbar machen. Mit Hilfe meines naturbelassenen Materials, dem Holz, ist das Erlebte für mich behandelbarer und greifbarer geworden. Der Prozess, der den Blick auch mal auf mich lenkt, eigene Grenzen, Wünsche, Interessen u.a. zu spüren und Ressourcen aufflammen zu lassen, steht hinter dem Entstehungswerkstück. Sich selbst befähigen, sich als vollwertig zu Erleben und somit auch zu einer bestimmten Atmosphäre in der sozialen, kulturellen und auch ökonomischen Umwelt beizutragen. Reflexionseinheiten und der Flow der aktiven Bearbeitung des Holzes mit freien Emotionen und Gefühlen, bringen Körper (Stamm mit Tür) und Geist (Lampenschirm) in Einklang und das Kunstwerk formt sich. Während des Prozesses habe ich intuitiv gehandelt, ohne nachzudenken. Ich habe mich leiten lassen von mir selbst und konnte im Enderscheinungsbild meines Objektes, die Verbildlichung meiner Gefühle, meines Werdegangs und meines Selbstbildes erkennen. Ich empfinde das Erleben und Behandeln der Welt schon als Kunst für sich, die einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft hat und individuell zu verstehen ist. Das Medium Holz und bietet gleichzeitig ein Nachhaltigkeitsanstoß. Ohne die Natur gäbe es uns nicht… Das Geben und Nehmen beruht auf Gegenseitigkeit und braucht meiner Meinung nach, einen verschärften Blick des Miteinanders. Ebenso wie wir merken, dass wir als Gesellschaft mitten in den globalen Wandel integriert sind, sollten wir auch tiefer darüber nachdenken. Das Geben und Nehmen (in jeglicher Hinsicht) sollte ausgeglichen sein, da es die Gesellschaft drastisch beeinflusst und auf eine*n Jede*n einwirkt.


Philipp

Die Idee dieses Werkstücks hat ihren Ursprung in vielen kleinen Projekten, die während des letzten Semesters während einer kreativen Entdeckungsreise erprobt wurden. Diese umfangreiche Projektarbeit mit dem Fokus auf die Selbstwahrnehmung äußerer und innerer Kanäle gab den Anreiz, mehrere Perspektiven zum Vorschein zu bringen. Die Vielseitigkeit des plastischen Würfel spiegelt hier, zwecks Einbinden diverser Werktechniken im Arbeitsprozess,  eben diese Bandbreite an Perspektiven dar.

Es sind die inneren Prozesse, die beeinflusst von der Außenwelt auf jeden Arbeitsschritt Einfluss nehmen. Der Antrieb durch die Freude bei der Arbeit wird ergänzt durch äußere Druckpunkte, die gleichzeitig Barrieren darstellen, die jedoch bei Überwindung neu motivieren können. Die Frustration durch Fehlplanungen wird durch das Eigenlob ersetzt, wenn man trotz Hindernissen das Ziel erreicht und die Umwege, die man dabei geht, werden zu neuen Erfahrungen, die man nutzen kann.

Alle diese Kombinationen an Austausch mit sich selbst und dem Werkstück finde ich in dem Würfel wieder. Jede Seite seines Körpers ist anders, er ist nicht perfekt, hat Ecken und Kanten und ist von außen betrachtet expressiv und trotzdem relativ gleichförmig und angepasst. Den Einblick ins Innere zeigt eine Andere: Mein Würfel ist offen gestaltet und entscheidend ist eigentlich nur, was man hineinlegt. Und wie bei uns Menschen, ist dies erst bei genauerem Hinschauen festzustellen.

Nur durch die Kommunikation miteinander können wir das Innere eines Menschen wirklich feststellen. Dies ist unter anderem der Mittelpunkt der Sozialen Arbeit.


Frederike

In meiner Installation möchte ich erlebte Selbsterfahrungen und Gefühle darstellen, die ich während des Meditierens hatte. Die Betrachter*innen sind dazu eingeladen die Fläche (blaue Decke) zu betreten und sich auf das Meditationskissen zu setzen, um dort mein gebautes Objekt zu drehen und genauer zu betrachten. Das Betreten der Decke symbolisiert das Eintreten in den inneren Raum beim Meditieren. Man kann diesen Raum nur allein betreten doch die gefärbte Decke und die Lichterkette erinnern an den Himmel und die Sterne und geben ein Gefühl der Geborgenheit. Mit diesen Elementen möchte ich auch auf die Verbundenheit von Mikrokosmos und Makrokosmos aufmerksam machen. Eine Verbindung, die ich oft in der Meditation verspüre. Es ist wie eine Weite, die sich mir plötzlich eröffnet, wenn ich ganz in mir versunken bin. Ein Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit aber auch ein Gefühl von Sicherheit. Förmlich sieht der gebaute Gegenstand aus wie ein Haus, das schräg aus dem Holz hinauswächst. Seine Seiten sind mit 7 verschiedenen Naturmaterialien bestückt. Jedes Material symbolisiert ein Chakra. Die Erde steht für das Wurzelchakra, Verbundenheit, Bodenkontakt und Stabilität. Die Schneckenhäuser stehen für das Sakralchakra, für das weiche Fließen von Energie, für das Loslassen und Annehmen von dem, was ist. Die Blumen repräsentieren das Nabelchakra, die Freude am Leben, den Glanz und die Sinneswahrnehmungen. Das Moos steht für das Herzchakra, für bedingungslose Liebe, für Dankbarkeit. Das Kehlchakra wird repräsentiert von den Federn, steht für Leichtigkeit, Offenheit und Klarheit. Das Stirnchakra wird von den Tannenzapfen dargestellt, sie stehen für die Strukturierung und die unsichtbaren Elemente unseres Unterbewusstseins. Die Spiegelstücke, die ich auch in der Natur gefunden habe, repräsentieren das Kronenchakra. Sie verweisen auf die Erkenntnis, dass die Welt, die wir im Außen wahrnehmen, ein Spiegel unserer inneren Überzeugungen und Werte ist.

Auch ohne diese Erklärungen möchte ich den Besucher*innen die Möglichkeit bieten meine Gefühle durch das Betreten und Betrachten meiner Installation näher zu bringen.


Elisa

Die Idee zu dieser Arbeit kam mir während einer Meditationssitzung. Ich habe ein paar Meditationen mit Sweatshirt von wichtigen Menschen in meinem Leben gemacht. Mit diesen Meditationen wurde mir klar, wie wichtig Umarmung für mich ist. Da Menschen, die mir wichtig sind, nicht immer in meiner Nähe sein können, habe ich beschlossen, eine Decke zu machen, um diese Umarmungen nachzubilden. Jeder Stoff, aus dem diese Decke gemacht ist, enthält eine Erinnerung an eine Person oder einen Moment in meinem Leben. Es sind Stoffe aus alten Kleidern meiner Eltern, die Babydecke meines Bruders, ein Kleid meiner Großmutter, ein Hemd meines Großvaters, Hosen von mir als Kind … Diese Decke ist eine Zusammenfassung meines bisherigen Lebens.